Wie
ausländerfeindlich sind die Deutschen? Die
Ermordung der jungen Ägypterin Marwa al-Schirbini in
einem Dresdener Gerichtssaal hat in Ägypten starke
antideutsche Emotionen ausgelöst. Aufgebrachte
Demonstranten riefen "Die Deutschen sind die Feinde
Gottes". Dabei
spielt es zunächst einmal keine Rolle, dass die
Wahnsinnstat im Gerichtssaal von einem russischen
Auswanderer verübt wurde - ein Mensch also, der
ebenso wie die Ägypterin einen
Migrationshintergrund aufweist. Dass
die Wahnsinnstat im Gerichtssaal im höchsten Maße
abscheulich ist (die junge Frau wurde mit 18 Messerstichen
niedergestreckt weil sie es wagte, gegen den Täter
auszusagen), darüber gibt es keinen Zweifel. Aber
können diese unglücklichen Umstände die
unterstellte deutsche Ausländerfeindlichkeit belegen?
In den deutschen Gerichtssälen hat es schon des
öfteren Bluttaten gegeben - aber diese Einzelfälle
sind ähnlich schwierig zu verhindern wie die
Amokläufe ausgerasteter Jugendlicher in ihren Schulen.
Bei den vielen hunderttausend Prozessen jährlich
können wir unsere Gerichtssäle schlecht zu
Hochsicherheitszonen umgestalten - das wäre sowohl
personell als auch finanziell nicht zu
bewerkstelligen. Was
ist Ausländerfeindlichkeit und Rassismus? - Die
einäugige Sicht der Dinge... Nahezu
täglich werden irgendwo im Ausland aus niederen
Gründen deutsche Staatsbürger umgebracht. Meine
aktuelle Tageszeitung vom 22. 6. 2009 vermeldet gerade, dass
in einer beliebten Einkaufsstraße in Istanbul ein
47-jähriger Deutscher erdolcht wurde, weil er einem
Bettler die geforderte Lira (47 Cent) nicht geben wollte.
Schlägt dieser Mord hierzulande irgendwelche Wellen,
käme irgendjemand auf die Idee, diese Tat zu
verallgemeinern und das türkische Volk zu
beschimpfen? Verrückte
gibt es leider immer und überall, auch in den anderen
Kulturen. Selbst in Ägypten sind in den vergangenen
Jahren viele Ausländer (darunter mehrere Deutsche)
umgebracht worden. Die zur Schau gestellte
Überheblichkeit ist also völlig fehl am
Platze. In
meiner Zeitung von heute steht übrigens auch, dass ein
Afghane in München seine Exfreundin mit 20
Messerstichen massakriert hat (weil sie sich in einen
anderen verliebt hatte). Der Afghane beruft sich auf den
Koran, diese Bestrafung sei sein gutes Recht
gewesen. Was
ist Ausländerfeindlichkeit? Meine Zeitung weiß
es... Ich
halte es für eine Unverfrorenheit, derlei
Schlussfolgerungen aufzustellen und weltweit zu verbreiten.
Fast 20 Prozent der in Deutschland lebenden Bevölkerung
haben einen Migrationshintergrund, bei den jungen Leuten
sind es bereits über 30 Prozent. Wenn jemand diese
hohen Prozentzahlen kritisch betrachtet, ist es doch wohl
sein gutes Recht, da muss man ihm nun wirklich nicht gleich
Ausländerfeindlichkeit unterstellen. Unser
allseits geschätzter Exkanzler Helmut Schmidt hat
bezüglich des Ausländeranteils bereits vor 30
Jahren gemeint, "das Boot sei voll". Damals waren die
Migrationszahlen wesentlich niedriger, noch nicht einmal auf
dem halben Stand des heutigen Niveaus. Will man unserem
weltoffenen Altkanzler tatsächlich
"Ausländerfeindlichkeit" unterstellen? Ich
würde mich nicht wundern, wenn die Aufruhr in
Ägypten auch mit den ständigen
Selbstbezichtigungen und Unterstellungen deutscher Medien im
Zusammenhang steht. Wenn unsere Medien von sich aus
bei jeder Gelegenheit das Bild des häßlichen
Deutschen zeichnen, dann darf man sich nicht wunden, wenn im
Ausland dieses Eingeständnis Wirkung zeigt. Gibt
es irgendwo ein großzügigeres Land... ©
Manfred Müller Sind
Sie der gleichen oder ganz anderer
Meinung?
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uns der Anti-Nationalismus wirklich
weiter?
Manfred
Julius Müller
analysiert
seit 30 Jahren weltwirtschaftliche Zusammenhänge und
veröffentlicht tabulose Aufsätze zu brisanten
Themen. Er entwickelte neue Wirtschaftstheorien, die
weltweit Maßstäbe setzten und in manchen
Ländern in wichtigen Bereichen die Gesetzgebung
beeinflussten. Seine Websites erreichen im Jahr etwa eine
Million Besucher. Inzwischen sind auch einige Bücher
erschienen, u. a. die
Trilogie
"DAS KAPITAL".

Ist diese aufschäumende Wut gerechtfertigt, sind die
Deutschen tatsächlich rassistisch oder
ausländerfeindlich?
Aber der böse Emigrant wird eben ganz schnell zum
Urdeutschen, während das Opfer, die gute Emigrantin,
ihren Ausländerstatus beibehält. Auf dieser Basis
lässt sich immer wieder leicht eine deutsche
Ausländerfeindlichkeit aufbauen.
Dass auch die Justizbeamten im Gerichtssaal versagt haben,
(der zu spät einschreitende Ordnungshüter hat im
Tumult ausgerechnet den Ehemann des Opfers ins Bein
geschossen) ist auch keine Frage.
Wegen
der Wahnsinnstat eines Einzelnen zurzeit in Deutschland
lebenden Migranten den Deutschen per se
Ausländerfeindlichkeit zu unterstellen und in wahren
Hassorgien zu versinken, zeigt doch eigentlich recht
anschaulich, wo der Rassismus beheimatet ist.
Meine
oben zitierte Zeitung brachte in ihrer gestrigen Ausgabe auf
der Titelseite eine Meldung unter der Überschrift
"Viele Ostdeutsche ausländerfeindlich". Das dort
gezogene Fazit: 40 Prozent der Ostdeutschen sind
ausländerfeindlich - weil sie der Auffassung
zustimmten, dass es "zu viele Ausländer" in Deutschland
gebe.
Gibt
es irgendwo in der Welt ein zweites Land ähnlicher
Größe, welches trotz hoher
Bevölkerungsdichte dermaßen viele
Ausländer aufgenommen hat? Gibt es ein zweites Land, in
dem Migranten eine derart großzügige soziale
Unterstützung erhalten? Wie kann man ein solches Land
der Ausländerfeindlichkeit bezichtigen?
Von
einem Extrem ins andere: Der Anti-Nationalismus ist nicht
minder gefährlich als der übersteigerte
Nationalismus.
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